Schieferspalter

trad. Seibiser Notenheft

Eine Gruppe von MusikerInnen bemüht sich, alte deutsche Tanzsmusiknoten auszugraben und im Internet wieder zugänglich zu machen: Tanzmusikarchiv.de. Häufig werden Stücke aus der Notenhandschrift des Heinrich Nicol Philipp vorgestellt, kurz "Seibiser Notenbuch" genannt. Es hat eine längere Entstehungsgeschichte, datiert wird es auf 1784.

Zum KonzertinaNetz-Treffen im Herbst 2026 hat ein Teilnehmer den Schleifer Nr 23 aus diesem Notenheft eingereicht. Die "Ausgräber" haben dem Stück den Namen 'Schieferspalter' gegeben, um es von den anderen namenlosen Schleifern zu unterscheiden.

Das passt hervorragend zum Veranstaltungsort Schieferpark/Lehensten! Im nahen Schiefermuseum kann man sich das Schieferspalten zeigen lassen.


  Noten:      pdf


Speziell für Deutsche CG-Konzertina:

Tabulatur (Akkordspielweise)

Die Melodie ist einfach gestrickt und sicher kein Ohrwurm. Ich habe sie trotzdem hier eingestellt, um zu zeigen wie man auf der Deutschen Konzertina mit großem Tonumfang umgehen kann. Hier ist das Problem, dass die ersten Melodienoten im ersten und zweiten Takt nur auf der linken Konzertinaseite gespielt werden können.

Ich habe zwei Möglichkeiten aufgeschrieben:

Man bleibt bei den Noten der Vorlage, und spielt die tiefen Töne auf der linken Konzertinaseite und auf der C-Reihe:
Das tiefe G findet man links auf der C-Reihe auf D5, und auf der G-Reihe auf D3. Zusammen mit dem satten Bass auf G-D1 liegt G-D3 näher. Deshalb starte ich mit G-D13. D1 ist der Basston, D3 ist der Melodieton. Im ersten Takt gibt es die beiden letzten Melodienoten nur im Zug. Also muss man für den Nachschlag auf die C-Reihe wechseln. Nur dort hat man ein G-Dur im Zug. Im zweiten Takt ähnlich: Start mit G-D13. Diesmal sind die Melodienoten im Druck, also bleibt man im Nachschlag auf der C-Reihe, um mit C-Dur zu begleiten. Erst im 3. Takt zwingt das Fis zum Wechsel auf die G-Reihe.

Man transponiert die Noten der ersten Zeile eine Oktav nach oben. Jetzt liegen die Melodietöne genau im Tonumfang der rechten G-Reihe. Am oberen Ende muss man die 'Anomalie' beachten: E und Fis beide im Zug (Z4, Z5) und das G einen Knopf zurück im Druck (D4). Also kein regelmäßiger Zug-Druck-Wechsel mehr.

Die 2. Lösung ist sicher die einfachere.

Der zweite Teil des Stücks ist Schema F. Der im Takt 6 vorgeschlagene Begleitakkord Hm ist auf der Deutschen nur im Zug verfügbar, aber die Melodienoten gehen nur auf Druck. Deshalb bleibe ich bei G-Dur. Die schweren Melodienoten H und D sind Teil des G-Dur Akkords GHD.


Noten mit Tabulatur: pdf (39 KB)
12.9.2026

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